"VfR Marienhagen" - eine Herzensangelegenheit

Sport im kleinen „Merjenhaan“ beginnt laut Aufzeichnungen schon im Jahre 1889 mit der Gründung des damaligen Turnvereins Marienhagen, der sich jedoch nach 40 Jahren am 15.08.1929 wieder auflöste. Schnell war der Wunsch geboren, einen Fußballverein zu gründen. Wilhelm Rötzel war es, der in dieser Zeit die Initiative ergriff und als treibende Kraft Gleichgesinnte um sich sammelte. Diesem großen Idealisten sollten wir heute noch dankbar sein, dass er den Anstoß gab und Marienhagen für den Fußballsport vorbereitete.

Am 09. März 1930 war es dann soweit. Die Gründungsversammlung rief in der Gaststätte Jonas den Fußballverein Verein für Rasenspiele  Marienhagen ins Leben. 14 Tage später fand dann an gleicher Stelle eine außerordentliche Versammlung statt bei der dann der erste Vorstand gewählt  und die Vereinsfarben rot und weiß festgelegt wurden. Der damalige Vorstand setzte sich wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Richard Feld, 2. Vorsitzender Eugen Gries, dem Geschäftsführer Adolf Dresbach und dem Kassierer Anton Völler (nach einem halben Jahr ersetzt durch Wilhelm Nierstenhöfer).

Man begann mit 2 Seniorenmannschaften in der damals niedrigsten, der zweiten Kreisklasse. Im Jahre 1932 spielte dann erstmals eine Jugendmannschaft.

1931 begann man mit dem Ausbau des Schulplatzes, um mit möglichst geringen Mitteln, ein für damalige Verhältnisse ordnungsgemäßes Spielfeld zu bekommen. Mit Hacke und Schippe bewaffnet zog man in jeder freien Stunde zum Schulplatz und half, dem ersehnten Ziel näher zu kommen. Als Schachtmeister fungierte der 2. Vorsitzende Eugen Gries. Man musste sich mächtig  plagen und die zur Verfügung stehenden, einfachen Hilfsmittel erschwerten den Ablauf zusätzlich. Die Packlage z.B. wurde von Karl Jonas mit Pferd und Wagen aus Alperbrück geholt.

Fuhre für Fuhre mussten also nicht weniger als 10km zurück gelegt werden! Aber mit großem Idealismus wurde die Aufgabe schließlich bewältigt und man war mit Recht stolz auf einen, nur durch Eigenleistung erstellten, neuen Sportplatz.

Der einsetzende Krieg lähmte dann auch in Marienhagen jegliche sportliche Tätigkeit. Aber bereits im Jahre 1941 nahm die Jugend von sich aus den Spielbetrieb wieder auf. Als immer mehr Jugendliche dem Verein beitraten und sich auch die ersten Erfolge abzeichneten, kam man ohne Führung nicht mehr aus. Der damalige 2. Vorsitzende Martin Müller und Erwin Hausmann übernahmen die so wichtige Aufgabe , die Jugend des VfR zu betreuen. In dieser Zeit standen in der Jugend des VfR bereits Männer, die später für den Verein erstmals große sportliche Erfolge holten und jahrelang eine führende Rolle im Oberbergischen Fußballsport spielten. Es waren Rolf Dienes, Harald und Karl Willi Hackländer, Egon Reuber, Manfred Rötzel und Friedhelm Schneider.

Am 30.08.1947 wurde Erwin Hausmann in Vollmerhausen zum Jugendobmann des Fußballkreises Oberberg gewählt und es begann nun die wohl bis dahin sportlich erfolgreichste Epoche des Vereins. Viele Spieler wurden immer wieder in die oberbergische Auswahl berufen und lange zeit bestand das Gerippe dieser Auswahl aus Spielern des VfR, die auch heute noch vielen oberbergischen Fußballanhängern gut bekannt sind, wie z.B. Dienes, Schneider, Rosenthal, Hackländer, Reuber, Heigis, Rötzel um nur einige zu nennen.

In dieser Zeit wurde der heute noch bestehende Begriff „Fußballdorf“ Marienhagen geprägt. Eine Anerkennung für den sportlichen Geist, der die ganze Bevölkerung zu einer Gemeinschaft zusammen schloss.

In den Jahren 1950/51, 1957/58 und 1964/65 wurde man Kreismeister der Liga A und schaffte jeweils den Aufstieg in die Bezirksliga. In dieser Zeit waren es  weitere spätere Größen des VfR Marienhagen, die den Gedanken der Gründer und das Vereinsleben mit Herz und Seele weiter prägten.  Dies waren z.B. Fritz Jacobs, Fritz Klein, Hermann-Günter Sattler, Volkmar Küper, Heinz Klippel und Manni Schönstein um nur ein paar von ihnen zu nennen.

Zu Beginn der 60iger Jahre gründete sich dann auch wieder eine Gymnastikgruppe im VfR Marienhagen. Damit war die heute gut belegte zweite Sparte, der Breitensport gegründet. Noch heute zählt die damals gegründete Frauengruppe (50vital plus) zu der kontinuierlichsten Gruppe des Breitensports. Das Hauptaugenmerk wurde aber weiterhin auf den Fußball gerichtet:

Nachdem bereits lange Vorbereitungen getroffen waren, begann man 1965 etwas überraschend mit dem so lange geforderten Sportplatzneubau. Es entstand eine wunderbar ausgebaute Sportplatzanlage, die wohl zu den schönsten des Oberbergischen Kreises zählt.

Spielte man jetzt hauptsächlich in der Kreisliga A, schaffte man es noch einmal im Jahr 1975/76 in die Bezirksliga aufzusteigen. Es sollte vorerst der letzte Aufstieg in die Bezirksliga sein und man wurde eine feste Größe in der höchsten Oberbergischen Fußballliga, bekannt weit über die Fußballgrenze des Kreises hinaus.

Wie schon in den frühen 40-iger Jahren, so machte auch in den  70-iger, 80-iger und 90-iger Jahren die gute Jugendarbeit immer wieder von sich reden und Spieler des VfR waren weiterhin fester Bestandteil in allen Auswahlmannschaften des Kreises. Einige schafften sogar den Sprung in höherklassige Mannschaften, mit Jürgen Klein (Schalke 04) und Hans-Jörg Schneider (Fortuna Köln) zwei von ihnen sogar ins Profigeschäft. So war es auch nicht verwunderlich, dass in der Anfang 2009 veröffentlichten Jahrhundertelf der OVZ gleich 4 Spieler vom VfR Marienhagen vertreten waren.

Das der VfR Marienhagen von je her eine Herzens- und Familienangelegenheit war und heute immer noch ist, beweist die Tatsache, dass neben dem derzeitigen 1. Vorsitzenden Michael Dick der Enkel des damaligen Kassierers Wilhelm Nierstenhöfer, Timo Küper, aktuell als 1. Kassierer und der Enkel des damaligen Jugendleiters und 2. Vorsitzenden Martin Müller, Kai Bornhuetter, aktuell als 1. Geschäftsführer die Geschicke des Vereins führen. Somit schließt sich der Kreis der VfR–Familie.